„Das Gefühl, ein weißes Blatt Papier zu berühren, ist ungemein beruhigend“

Im koreanischen Thriller „No Other Choice“ läuft Papier zu großer Form auf. Wir erleben Man-soo, Familienvater und Manager in einer Papierfabrik, beim Verlust seines Jobs. Vor allem aber danach. Ein wilder Ritt – absurd und tiefschwarz.

"No Other Choice" von Park Chan-Wook. Copyright: IMDb
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Denn Man-soo reagiert auf sehr eigene Weise auf seinen Jobverlust. So wenig zimperlich, wie mit ihm bei der Entlassung umgegangen wurde, nimmt er sich Mitbewerber für einen neuen Posten in der Branche vor. Treue Begleiter: seine Komplizen Papier – und die Bonsais in seinem Gewächshaus.

Man-Soo ist zu allem bereit ist, um wieder in Lohn und Brot zu kommen. Auf seiner Suche trifft er auf Mitbewerber, die ihr Leben ebenfalls dem Papier verschrieben haben. Es sind kleine Aussagen darüber, die den zunehmend klammen Alltag kurz leuchten lassen. „Das Gefühl, ein weißes Blatt Papier zu berühren, ist ungemein beruhigend“, sagt etwa einer von Man-soos Mitbewerber um einen neuen Job.

Han-soos Mitbewerber – alle eint ihre Erfahrung in der Papierindustrie. Copyright. IMDb

Sie buhlen um einen der wenigen führenden Posten in der Industrie. Akut gefährdet: Man-soos Wohlstand, sein architektonisch besonderes Haus, genügend Geld für den Cellounterricht der begabten Tochter oder für Tennisstunden. Er muss aktiv werden. Er hat keine Wahl.

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„No Other Choice“-Protagonist Man-soo im Kreis seiner Lieben. Copyright: IMDb

Spätestens hier schwebt das Material leise über allem. Einfach ansehen, Bilder und Charaktere in sich aufnehmen, die Filmplakate genießen. Über das folgende stolperte ich im Netz. 📄

Man-soo hat keine Wahl. Wunderschön gestaltetes Plakat von NEON. Copyright: NEON Rated, LLC
Man-soos Leben, treffend gestaltet. Copyright: NEON Rated, LLC

Korea und Papier – eine lange Verbindung

Für die Papiervielfalt Ostasiens gilt: Hinschauen lohnt sich. In Korea steht zum Beispiel traditionell das handgeschöpfte Hanji-Papier im Fokus. Es wird aus dem Holz des Maulbeerbaums gewonnen. Es gilt als langlebig und wird vielfältig eingesetzt, auch im Kunsthandwerk. Stationery-Produkte zieren häufig Motive der koreanischen Kultur. Grund genug, zum Stift zu greifen, vielleicht auf der nächsten Reise.

Alltagsbegleiter: Japanisches Slow Journal (Greeting Life, Inc.), gesehen bei Maido Okini, Berlin. 
Koreanisches Notizbuch (Design GAANCHE) aus dem National Museum of Korea, Seoul
Alltagsbegleiter: Japanisches Slow Journal (Greeting Life, Inc.), gesehen bei Maido Okini, Berlin.
Koreanisches Notizbuch aus dem National Museum of Korea, Seoul
Copyright: Design GAANCHE
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