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Joanna Kosinsca
Copyright: Joanna Kosinsca, Unsplash

The Bartleby ist ein Onlinemagazin für Papier- und Schreibkultur. The Bartleby zeigt Künstler aus aller Welt und ihre Kreativprozesse, ausgewählte Schreibwaren und Orte, an denen etwas zu Papier kommt. Gedanken, Pläne, Geschichten, Ideen oder Bilder warten nicht auf den richtigen Ort – sie landen immer gut: auf abgerissenen Zetteln, Zeitungsschnipseln, in Planern, auf Blöcken oder Notizbüchern. Dinge entstehen. Auf Papier.

Warum The Bartleby?

Bartleby ist der Protagonist in Herman Melvilles Erzählung Bartleby the Scrivener (1853). Bartleby ist Schreiber in einem Notariat an der aufstrebenden Wall Street in New York, ein stiller, etwas aus der Zeit gefallener Angestellter. Eines Tages beginnt er, sich der monotonen Arbeit des Kopisten für seinen Vorgesetzten, einen Anwalt, zu widersetzen. Von da an verweigert er seinen Dienst immer häufiger („I would prefer not to“). Doch er verlässt nicht die Kanzlei, sondern quartiert sich auch nachts fest zwischen Papier und Akten ein. Mehr und mehr verliert Bartleby an Kontur. Der Anwalt möchte ihn aber nicht aus seinen Räumen entfernen lassen. Er wechselt stattdessen selbst seine Geschäftsadresse. Die Nachmieter lassen Bartleby ins Gefängnis bringen. Als der Anwalt davon erfährt, besucht er Bartleby dort. Doch Rettung gibt es nicht. Bartleby stirbt. Später kommt nur eines über sein Vorleben heraus: Bartleby hat vor seinem Beginn beim Notar in einem Dead Letter Office gearbeitet, einer Sammelstelle für nicht zustellbare Briefe.

An Interpretationen für Melvilles Erzählung gab es nie einen Mangel. Eine davon ist die vergebliche Hoffnung Bartlebys auf einen Lichtblick, auf eine Arbeit und damit ein Leben mit Sinnerfüllung. Das Dead Letter Office war das Gegenbild dazu.

 

Judith Schallenberg @ Copyright: privat. Bild: Lotte Ostermann
Judith. Fotografin: Lotte Ostermann, Berlin.

Ich bin Judith Schallenberg. Seit mehr als 15 Jahren leuchte ich als freie Journalistin das Leben und die Berufserfahrungen anderer aus: von der Confiseurin über die Reiseunternehmerin bis zum ESA-Astronauten. Lange habe ich für Zeitungen und Magazine zu den Themen Kultur und Beruf geschrieben. Daneben unterstütze ich Unternehmen und Gründer im Textbereich und schreibe Prosa (zur Zeit noch in meiner Schublade).

Ich habe einen Magisterabschluss in Philosophie und Anglistik und lebe mit meiner Familie in Berlin.