Interview | Gründerin Milena Glimbovski: So entstand ihr achtsamer Terminkalender „Ein guter Plan“

Milena Glimbovski (27) lebt ein rasantes Tempo. 2012 eröffnete sie in Berlin den weltweit ersten Supermarkt ohne Plastikmüll („Original Unverpackt“). Ein Erfolg. Milena arbeitete viel. So viel, dass sie kürzer treten musste. 2015 erfand sie mit einem Freund ein Schreibtool gegen Stress: den achtsamen Terminkalender Ein guter Plan. Er ist voller Energiebooster wie Techniken für mehr Zufriedenheit, Achtsamkeit und Selbstliebe. „Denn der Moment, an dem du endlich Zeit hast, dich um deine Träume zu kümmern, wird nie kommen“, sagt Milena Glimbovski.

Milena Glimbovski und Jan Lenarz. © Lenarz Glimbovski UG

Milena im Interview.

Milena, Ein guter Plan soll zu einem radikal-achtsamen Leben anstiften und Alltagsstress reduzieren. Die Nachfrage ist gross. Mitte 2017 habt ihr das 30.000ste Exemplar verkauft. Was genau schätzen Eure Kunden so?

 Das wüsste ich auch gern! Ich glaube, es sind zwei Aspekte. Wir stellen uns nicht über unsere Leser und Kunden. Wir sagen ihnen nicht, was zu tun ist. Ganz im Gegenteil. Aber wir stellen Fragen und helfen ihnen, das herauszufinden. Das Buch soll eine Art Freund sein. Die Techniken daraus haben mir nach einem Burnout gut getan. Und sie tun es noch immer.

Das Schreiben und Du – beschreib doch mal Euer Verhältnis.

 Ich schreibe, um Gedanken zu strukturieren. Sie aus meinem Kopf heraus zu bekommen. Ruhe zu finden. Manchmal schreibe ich aber auch, weil ich mich mitteilen möchte. So oder so, Worte sind Freunde. Sie eröffnen Welten. Sie sind da, wenn du sie brauchst.

Ein guter Plan soll dem Nutzer Halt und Stabilität vermitteln, dafür gibt es tolle Inhalte. Denkst Du, dass auch das Schreiben selbst eine Rolle spielt?

Gute Frage. Das kann sein. In dem Moment, in dem man etwas niederschreibt und die Gedanken festhält, werden sie real. Es ist fast, als würde man sie aussprechen. Das hat bei mir und auch vielen anderen eine therapeutische Wirkung, denke ich.

Für Euren Planer gab es den Red Dot Award, der besonderes gelungenes Grafikdesign auszeichnet. Wer hat das gute Stück entworfen?

Das war mein Mitgründer und guter Freund Jan Lenarz. Jan und ich haben Ein guter Plan zusammen entwickelt, aber das Design stand lange, bevor die Techniken auch nur fertig waren. Jan hatte da so eine Idee in seinem Kopf – und hat die ganz schön gut umgesetzt. Beim Setzen und Entwickeln der Aufgaben und alltäglicher Grafiksachen hilft ihm meine Freundin Desiree Themsfeldt. Sie war vor vielen Jahren meine Mitschülerin!

Nutzt Du den Plan auch selbst?

Ja. Nur die Kalenderfunktion nicht mehr. Das muss digital sein, damit mein Team sehen kann, wann ich verfügbar bin und mir Termine einplanen kann. Alle anderen Techniken nutze ich. Daher habe ich mir dieses Jahr auch das Notizbuch Eine gute Idee geholt. Außerdem Ein gutes Buch, das sind Lebensplanertechniken und die Monatsreflexionen. Von allen Aufgaben darin ist letzte die wichtigste, sich ein Mal im Monat hinzusetzen und zu schauen: Was lief gut? Was nicht? Welche Ziele wurden erreicht? Die Wirkung: Ich habe das Gefühl, das Jahr läuft nicht ganz so schnell, kann immer wieder innehalten und mich freuen und lernen.

 

Planer mit Inspiration. © Lenarz Glimbovski UG

Milena, Ihr arbeitet für den Kalender mit Experten zusammen, die Beiträge zum Inhalt des Buchs liefern. Welche Kooperation schätzt Du besonders?

Das ist, wie zu fragen, was magst du mehr, Pizza oder Burger? Gar nicht fair! Ich schätze es, wenn Freunde ihr Expertengebiet vorstellen können. Manche machen etwas hauptberuflich und sind vielleicht Experten darin, schreiben aber nicht so oft. Ihr Wissen, so zu Papier gebracht, ist toll. Wir haben diesmal übrigens auch Bloggerinnen dabei, die ich sehr schätze und gerne lese. Zum Beispiel Anna Schunk von „Viertel Vor“ und Maddie von dariadaria.

Dein schönstes Erlebnis im Zusammenhang mit Eurem Planer?

 Die vielen Emails und Menschen, die persönlich oder per Email uns erzählen, wie Ein guter Plan ihr Leben verändert hat. Das ist manchmal wirklich unglaublich.

 Womit schreibst Du am liebsten? Bleistift? Füller? Spezielle Vorlieben?

Tatsächlich das, was so herumfliegt, meist ein Kuli. Ich habe mir vorgenommen, alle zuhause aufzubrauchen. Das mache ich schon seit ein paar Jahren. Wenn der letzte Kuli leer ist, hol ich mir einen Füller.

Schreiben entschleunigt. Glaubst Du, dass das auch in Zukunft so bleibt?

Das denke ich schon. Ob mit der Hand oder Tastatur.

Dein Vorsatz für 2018 oder auch „Zweitausendachtsam“, wie Ihr es nennt?

Da hat jemand aufgepasst! 😉 Ich würde gerne mal ein Monat Pause machen. Einen Monat an der französischen Küste die Seele baumeln lassen. Laptop geschlossen lassen, Lesen, Sport machen, Baguette essen, Wein trinken. Als Gründerin ist es schwer, abzuschalten und Abstand zu nehmen von dem eigenen Baby. Daher mein Vorsatz, nächstes Jahr einen Monat lang genau dies zu schaffen.

Viel Erfolg, liebe Milena!

Ein guter Plan. © Lenarz Glimbovski UG

„Ein guter Plan“ – Die Gründerin

Milena Glimbovski, geboren 1990 in Sibirien, lebt ohne Müll in Berlin-Neukölln. Sie führt den Supermarkt „Original Unverpackt“ und gemeinsam mit Jan Lenarz den Verlag „Ein guter Verlag“. Gerade ist übrigens ihr sehr lesenswertes Buch Ohne Wenn und Abfall erschienen. Der Lesestoff ist Pflicht für alle, die ein nachhhaltiges und plastikfreies Leben wollen!

© Kiepenheuer & Witsch

 

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