Love your life | Diary, Planner & Co.: Why writing on ourselves is so meaningful to us

Have you ever had a diary? Or maintained any other sort of writing practice? In fact, writing for and on ourselves is joy and a source of pure energy (yes!). You may choose from a variety of forms: Bullet journal? Or notebook? Or diary? German time and diary expert

Olaf Georg Klein has always preferred a diary. Klein has even published an entertaining diary guide. During our talk, he explained why.

Eigener Fundus: alte Moleskine-Tagebücher (und ein paar Skizzenbücher). Copyright: Judith Schallenberg
Eigener Fundus: alte Moleskine-Tagebücher (und ein paar Skizzenbücher). Copyright: Judith Schallenberg

„Calendar apps do not possess a soul“, journalist Philipp Albrecht wrote in Swiss Bilanz magazine (January, 2019). For a surprisingly large number of people, Albrecht stated, electronic devices can’t beat the quality of the analogue – which seems to allay some of our common fears that it may be completely different. “Many users return to the paper agenda.“

Be it a written agenda, a bullet or a change journal, or a diary – retail is offering us a vast array of paper companions. Manche sind strukturiert, stellen Fragen an den Besitzer, sortieren Gedanken und helfen uns auf die Sprünge. Dazu gehören Change Journals und achtsame Terminkalender wie „Ein guter Plan“. Von viel positiver Nutzer-Resonanz sprechen auch die jungen Macher des Planers “Das 6-Minuten-Tagebuch“, das Startup UrBestSelf mit Dominik Spenst. Das Tagebuch, das bei Rowohlt verlegt wird, verlangt dem Nutzer drei Minuten am Morgen und drei Minuten am Abend ab, um sich auf das Gute im eigenen Leben zu fokussieren. Das tun bereits über 300.000 Nutzer, Tendenz steigend.

Dominik Spenst & das Team von UrBestSelf stehen hinter "Das 6-Minuten-Tagebuch". Copyright: Rowohlt Verlag
Dominik Spensts “Das 6-Minuten-Tagebuch”. Copyright: Rowohlt Verlag

Ebenso regt auch der Planer „The New You“ dazu an, sich selbst und seine Ziele zu reflektieren. Lernen, Ausarbeiten und Anwenden: Das ist der Dreischritt, den wir als Nutzer in “The New You” vollziehen. Toolbox, Kalender und zahlreiche Anleitungen helfen hier tatsächlich dabei, uns selbst auf die Spur zu kommen. Entwickelt hat den Planer die Münchnerin Iris Reiche.

Achtsamer Planer "The New You" (thenewyou.de)
Achtsamer Planer “The New You” (thenewyou.de). Copyright: Iris Reiche, München
"The New You" mit anregendem Innenleben. Copyright: Iris Reiche, München
“The New You” mit anregendem Innenleben. Copyright: Iris Reiche, München

Bullet Journals unterstützen die Umsetzung von Plänen und Terminen in allen Lebensbereichen. Die gleichnamige “Bullet Journal Method” stammt von Ryder Carroll, Produktdesigner in Brooklyn (NY, USA). Dahinter verbirgt sich eine eigene graphische Methode zur Fixierung und Bearbeitung von Zielen. Der eigenen Phantasie ist dabei viel Raum gegeben. Carrolls Journal erscheint bei uns in Kooperation mit Leuchtturm1917. Wer noch mehr wissen möchte: Es gibt eine eigene Bullet Journal Community, die sehr aktiv ist und sich gegenseitig inspiriert.

Das Bullet Journal. Copyright: Leuchtturm1917
Das Bullet Journal. Copyright: Leuchtturm1917

Und dann sind da noch die Bücher mit den Blankoseiten. Klassikern sind Notizbuch und Tagebuch. Sie begleiten uns durch den Tag, durch das Jahr, durch das Leben. Die Auswahl an Diaries reicht, um für jeden Typ etwas zu finden. Es gibt das klassische Tagebuch, für das sich jedes Buch mit Blankoseiten eignet, schwarz und von vielen Herstellern zu haben. Ein Favorit ist Moleskine. Auch linierte Tagebücher sind beliebt. Dazu gehören japanische Diairies, die sich über 3, 5 oder 10 Jahre führen lassen (Midori). Pro Tag ist ein Eintrag vorgesehen, meist kurz. Doch warum ist es so spannend, ein Tagebuch zu führen?

5 Years Diary, Midori. Gesehen im Vitra Design Museum, Weil am Rhein. Copyright: Judith Schallenberg
“5 Years Diary” von Midori, Japan. Gesehen im Vitra Design Museum, Weil am Rhein. Copyright: Judith Schallenberg

Leidenschaft Tagebuch: Ein Interview mit Olaf Georg Klein

Das Tagebuchschreiben ist für viele Menschen eine lebenslange Leidenschaft. Momente des Alltags zu notieren, befreit und schafft einen treuen Begleiter. Der Blick in ein altes Tagebuch kann so schonungslos wie berührend sein. Was wir geschrieben haben, zeigt, wer wir einmal waren und was unser Leben ausmachte. Das Tagebuch, sagt man, hält uns buchstäblich in der Zeit.

Olaf Georg Klein, Coach und Autor aus Berlin, hat ein Buch darüber geschrieben: Tagebuchschreiben (erschienen bei Wagenbach). Er ist Mitglied im Verein zur Verzögerung der Zeit und hilft Menschen dabei, ihre Zeit bewusster zu nutzen. Mir erklärte Klein, was das Schreiben mit uns und unserem Zeitempfinden macht.

Hat evangelische Theologie studiert und ist als Coach, Zeitexperte und Autor tätig: Olaf Georg Klein. Copyright: Olaf Georg Klein, Berlin
Hat evangelische Theologie studiert und ist als Coach, Zeitexperte und Autor tätig: Olaf Georg Klein. Copyright: Olaf Georg Klein, Berlin

Herr Klein, das Tagebuch kann ja sehr oberflächlich sein. Wie genau führt es uns nach innen?

Oft meinen Menschen, die kein Tagebuch schreiben, dass in einem Tagebuch vor allem äußere Ereignisse notiert werden. Das ist aber keinesfalls so. Besonders das, was in uns lebt, was wir wahrnehmen und spüren, aber noch nicht in Worte fassen können, ist das, was so ganz nebenbei seinen Weg ins Tagebuch findet. Und selbst wenn äußere Dinge beschrieben werden, kommen dabei unsere ganz eigenen Perspektiven zum Vorschein. Wie wir ein Gespräch wahrgenommen, ein Ereignis interpretiert haben und so weiter.

Werden wir für so etwas also erst durch das eigene Tagebuch sensibler?

Ja, genau. Wir werden wacher und sensibler, sowohl für uns selbst als auch für das, was uns umgibt. Unsere Aufmerksamkeit nimmt zu. Die Konzentration beim Schreiben führt – gerade in dieser Zeit der Ablenkung und der Fixierung auf das Äußerliche – zurück zu einer größeren Selbstzentrierung und Klarheit. In meinem Buch stelle ich das genauer dar.

Sie bezeichnen das Tagebuch als gedehnte oder verdichtete Zeit. Was empfinde ich, wenn ich gerade Erlebtes notiere?

Wir können nicht so schnell schreiben, wie wir denken und fühlen. Deshalb führt das Schreiben zu einer interessanten Verlangsamung unserer schnell kreisenden Gedanken und Emotionen. Und da wir oft mehr Zeit brauchen, ein Ereignis zu beschreiben, als dieses selbst gedauert hat, führt das obendrein zu einem gewissen „Zeitlupeneffekt“. In der Zeitlupe sieht, erkennt und versteht man ja mehr als in der Normalgeschwindigkeit. Die Zeit dehnt sich. Und verdichtete Zeit ist es, weil man ganze Monate und Jahre des eigenen Lebens noch einmal in komprimierter Form an sich vorbeiziehen lassen kann.

Welche Rolle spielt das Schreiben selbst?

Wir müssen da unterscheiden. Es gibt das Schreiben an andere, wie zum Beispiel in einer Mail oder in einem Brief. Es dient vor allem der Informationsübermittlung. Daneben gibt es das Schreiben, das vor allem zu einer vertieften Selbsterkenntnis führt. Es bringt neue Einsichten und Zusammenhänge hervor, regt zur Selbstverständigung und Selbstreflexion an. Das ist etwas, was wir nicht unbedingt schon in der Schule lernen, sondern erst später selbst entdecken können und müssen.

Welchen Stellenwert hat das Schreiben für Sie persönlich?

Ich schreibe selbst seit meinem 16. Lebensjahr Tagebuch. Es ist für mich selbst und meine persönliche Einwicklung gar nicht hoch genug einzuschätzen. Als ein ständiger Reflexionspartner erinnert es mich an meine Vorsätze, hält es Veränderungen und Brüche fest, erinnert mich an Irrtümer und kluge Entscheidungen gleichermaßen. In Zeiten der Diktatur, des revolutionären Umbruchs, dem Ankommen in einer neuen Gesellschaft war es mir ein treuer Begleiter. Das ist es jetzt seit 40 Jahren. Zugleich ist es eine Sammlung von Ideen und Gedanken, aus denen über die Jahre viele meiner Bücher entstanden sind.

Verraten Sie uns ein damit verbundenes Erlebnis, das Ihnen besonders viel bedeutet?

Oh, da muss ich passen. Es sind zu viele und immer wieder andere bedeutsame Erfahrungen, die ich mit meinen Tagebüchern mache. Erlebnisse beim Wiederlesen, die mich in bestimmten Stunden überraschen, in anderen erschrecken und wieder anderen erfreuen. Am ehesten kann ich sagen, dass ich es über alle Maßen genieße, wunderbare Momente und Höhepunkte meines Lebens immer wieder nachlesen und noch einmal neu erleben zu können. Das macht mich sehr dankbar und erfüllt mich immer wieder mit großer Freude.

Unter den vielen weltbekannten Menschen, die ein Tagebuch führten: Wer ist Ihr liebster Diarist?

Ehrlich gesagt, ist es das Tagebuch der Etty Hillesum. Es ist gar nicht weltbekannt und unter dem Titel Das denkende Herz erschienen. Sie hat es in den Jahren 1941-1943 in Amsterdam geschrieben. Diese junge Frau entwickelt sich in diesen zwei Jahren von einem schüchternen und unsicheren Mädchen zu einer existentiellen Autorin – die zu Aussagen findet, die einem manchmal den Atem nehmen. Man kann in diesem Tagebuch ihren geistigen und emotionalen Reifungsprozess auf das Genaueste miterleben. Deswegen beziehe ich mich in meinem Buch über das Tagebuchschreiben auch sehr häufig auf sie, weil an ihren Aufzeichnungen exemplarisch zu zeigen ist, wozu einen ein regelmäßiges Tagebuchschreiben befähigen kann.

Herzlichen Dank, lieber Olaf Georg Klein!

Weitere Informationen:

Etty Hillesum, Das denkende Herz, Rowohlt

Olaf Georg Klein, "Tagebuchschreiben", 2018. Copyright: Verlag Klaus Wagenbach, Berlin2018
Olaf Georg Klein, “Tagebuchschreibe”, 2018. Copyright: Verlag Klaus Wagenbach, Berlin

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