Zeitgeist | Mehr Frauen für die Welt! 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland

Seit dem 12. November 1918 dürfen Frauen in Deutschland wählen. Wir brauchen aber noch mehr weibliche Power. Überall in der Welt.

 

Sala Lieber, „Siesta“, Ausschnitt, Rötel auf Papier, 2018. Copyright: Sala Lieber

Hätten mehr Frauen politisch das Sagen, ginge es der Welt besser, glauben viele. Immerhin wählen sie nachweislich eher Demokraten als Männer. Doch um auch selbst etwas besser machen zu können, brauchen Frauen Rechte – weltweit.

 

In Deutschland wurde am 12. November 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt. Doch 100 Jahre später ist es noch immer ein weiter Weg bis zur Gleichbehandlung. In vielen Ländern der Welt haben Frauen keine oder nur sehr wenig Rechte. Immerhin hat Deutschland mit Angela Merkel (noch) eine der fähigsten Politikerinnen der Welt als Staatsoberhaupt. Im deutschen Parlament sitzen 36 Prozent Frauen. Zugleich sind in der US-Politik so viele Frauen sichtbar wie noch nie: Mit den Zwischenwahlen (Midterm Elections) kommen erstmals mehr als 100 Frauen ins Repräsentantenhaus. Das könnte ein Anfang sein und dabei helfen, das gefährliche Wanken, in das die Welt geraten ist, zu stoppen.

Twitter-Schnipsel vom 7. November 2018 – Copyright Judith Schallenberg

Zum Jubiläum: Ausstellung „100 Frauen“ in Berlin

Zur Zeit zeigt das Bundesjustizministerium in Berlin die Ausstellung „100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht“. 65 Künstlerinnen haben 100 herausragende Frauen porträtiert, die auch dem gleichnamigen Buchband (Verlag Jacoby & Stuart) ihre Gesichter geben. Die Initiative dazu stammt von den Illustratorinnen Sabine Kranz und Annegret Ritter.

Der sehenswerte Begleitband zur Ausstellung. Copyright: Jacoby & Stuart, Berlin

Jede Frau für sich ist eine Institution. Unter ihnen sind Minna Cauer, Anne Frank, Vicki Baum, Christine Nöstlinger, Lise Meitner, Angela Merkel, Lou-Andreas Salomé und Katharina Thalbach.

 

Claudia Roth, wie Bianca Schaalburg sie sieht – Copyright: Bianca Schaalburg / Jacoby & Stuart

Die Politikerin Claudia Roth wurde von der Berliner Illustratorin Bianca Schaalburg gezeichnet. Ich kenne Bianca persönlich und mag ihre Arbeiten sehr – vom Cartoon über den Stadtplan in Postkartengröße bis zur Illustration von Kinderbüchern, Spielen und Schulbüchern reicht ihr Schaffen. Sehenswert ist auch ihre Berliner Ateliergemeinschaft Petit 4.

Ausstellung „Damenwahl“ in Frankfurt am Main – und eine neue Organisation zur Stärkung von Frauen weltweit

Noch bis Januar 2019 zeigt das Historische Museum Frankfurt am Main (HMF) seine Ausstellung Damenwahl. Sie beleuchtet und vergleicht die Situation der Gleichstellung damals und heute.

Wahlmotiv aus alten Zeiten. Copyright Historisches Museum Frankfurt HMF

Damit überall in der Welt Frauen vom Wert der Freiheit profitieren lernen  und sich gegenseitig unterstützen können, gründete die Organisation Women for Women International nun eine deutsche Sektion. Mit einem kleinen Monatsbeitrag können wir Frauen in Krisenregionen als Patinnen darin unterstützen, mithilfe eigener Fähigkeiten eine Perspektive für sich zu finden und ein lebenswertes Leben zu leben. Ein toller Schritt hin zu mehr female empowerment.

Weibliches Talent aus Neuss: die Malerin Sala Lieber

Das erste Bild zu meinem heutigen Beitrag, „Siesta“, hat übrigens die Malerin Sala Lieber beigesteuert. Wir sind seit Jahren befreundet. Sala Gyöngi Lieber, geboren 1980 in Budapest, Ungarn, zählt für mich zu den talentiertesten Malerinnen unserer Generation. Wir lernten uns um 2002 am Ostbahnhof Berlin kennen, weil wir bei der Mitfahrzentrale denselben Fahrer von Berlin nach Düsseldorf gebucht hatten. Mit durchschnittlich 180 Kilometern pro Stunde raste er über die A2. Nur der Blick auf Salas Kunstwerke, die sie in Fotoform bei sich trug, lenkte uns auf der Rückbank von den Gedanken an unser nahendes Ende ab. Sala Liebers Bildwelten haben bis heute eine stark motivierende Wirkung, wie ich finde. Sie sind lebensfroh – und begnadet barock.

Sala Lieber, „Siesta“, Rötel auf Papier, 2018. Hier in ganzer Pracht. Copyright: Sala Lieber

„Wir Frauen müssen vorankommen und auch die bisher erreichte Erfolge schützen und pflegen“, schrieb Sala Lieber mir gestern. „Für uns und für unsere Töchter und Enkeltöchter.“ Und für unsere Söhne, Sala!

Sala Lieber vor einem ihrer Gemälde, 2015. Copyright: Sala Lieber

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